Zimmersbrunnen

Man munkelt ja, dass die berühmte Weise „Am Brunnen vor dem Tore“ in Bad Sooden-Allendorf entstanden ist. Tatsächlich halten hier regelmäßig Reisebusse, aus denen Gesangsvereine aussteigen und dieses von Franz Schubert nach einem Text von Wilhelm Müller komponierte Lied singen. Davon zeugt dieses Video:




Was hat es denn nun damit auf sich? Nun … Wilhelm Müller soll vom Zimmersbrunnen im heutigen Stadtteil Allendorf zu seinem Zyklus „Winterreise“ inspiriert worden sein. Der Winderreise sind die Zeilen zu Am Brunnen vor dem Tore entnommen. Wie kam es dazu? Ob es so war, kann man natürlich nicht mit Sicherheit sagen. Aber ein Stadttor in Sichtweite, ein Lindenbaum und natürlich der Brunnen sind hier vorhanden. Das Lied erwähnt diese Symbole allesamt:

Am Brunnen vor dem Thore
Da steht ein Lindenbaum:
Ich träumt’ in seinem Schatten
So manchen süßen Traum.

Ursprung des Liedes „Am Brunnen vor dem Tore“?

Ob es stimmt, müssen Sie selbst beurteilen, und dafür lesen Sie hier die Sachlage: Einen Kilometer vom Brunnen entfernt, am Zinnborn, entspringt eine Quelle mit dem weichsten Wasser der Stadt. Damit man nicht immer so weit laufen musste, um es zu bekommen, wurden Holzrohre bis in einen Kump vor dem südlichen Stadttor verlegt. Als Allendorf anno 1218 die Stadtrechte bekam, wurde eine Linde neben dem Kump gepflanzt, und damit war das Bild komplett. Es ist belegt, dass Müller oft von Dessau nach Worms gereist ist, auf einer Handelsstraße von Frankfurt nach Lübeck. An dieser Handelsstraße gibt es nachweislich nur einmal einen Brunnen unter einer Linde vor einem Stadttor. Die Kutscher hielten hier oft, um ihre Pferde am Brunnen zu tränken. Die Fahrgäste vertraten sich derweil die Beine, und so könnte Müller auch unter der Linde gesessen haben.

So finden Sie den Zimmersbrunnen in Bad Sooden-Allendorf

Der Zimmersbrunnen in Bad Sooden-Allendorf ist eine ausgewiesene Sehenswürdigkeit. Folgen Sie diesem Link zu Google Maps, um dorthin zu navigieren. Wenn Sie das Lied singen wollen, finden Sie auch eine Tafel, auf welcher der Text steht.